Auerhaus

„Ich wollte mich nicht umbringen. Ich wollte bloss nicht mehr leben. Ich glaube, das ist ein Unterschied“

 

Eine Jugend in den 80er Jahren in der schwäbischen Provinz: Ein paar Jugendliche, die kurz vor dem Abitur stehen, versuchen, frei nach einem Song der Punk-Gruppe „The Godfathers“ dem Schreckensszenario von „birth, school, work, death“ zu entkommen, indem sie im Haus von Frieders verstorbenen Großvater eine Wohngemeinschaft gründen. Sie wollen damit Frieder retten, der nicht mehr da sein wollte, weil er nicht mehr an das Leben glaubte. Zusammen mit seinem Schulfreund Höppner und dessen freiheitsliebender Freundin Vera, sowie Cäcilia, der Tochter aus gutem Hause, die nicht das Leben ihrer Eltern erben möchte, zieht Frieder nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie in das Auerhaus, um einer Heimunterbringung und seiner Todessehnsucht zu entkommen. Als dann noch seine Psychiatriebekanntschaft Pauline und der drogenerfahrene Elektrikerlehrling Harry im Auerhaus Zuflucht finden, beginnt für alle sechs eine leidenschaftliche, wilde, und manchmal gefährliche Zeit …

 

Mit Auerhaus gelang dem Berliner Kabarettisten und Schriftsteller Bov Bjerg ein zugleich melancholischer und lebensfroher Roman über den Schwebezustand zwischen Schulzeit und Erwachsensein mit all dessen Sehnsüchten, Zweifeln und Grenzüberschreitungen, der 2014 zum literarischen Überraschungserfolg avancierte. Die Theaterfassung stammt von Robert Koall, der durch seine Bearbeitung schon den Jugendroman „Tschick“ zum Theaterhit machte, und wird von Hermann Drexler als rasanter Bilderbogen mit Livemusik inszeniert – für junge Menschen, die ihr „Auerhaus“ noch suchen oder gerade erst gefunden haben und für ältere, die sich – vielleicht – noch daran erinnern …

 

Bov Bjerg erzählt mit hinreißendem Ton und größtem Gespür für seine jungen Protagonisten von Freundschaft, Lebensmüdigkeit, Trost und Liebe. Jeder Satz sitzt. Jeder Satz trifft. Ein schweres Thema wunderbar leicht erzählt. …Die Wärme, der Klang und vor allem die Kraft dieses Romans wirken lange nach." (Deutschlandradio Kultur)

 

Rechte: Felix Bloch Erben, Berlin